Erfassung von Nil- und Kanadagans

 

Kanadagans (Patric Lorgé)

 

Nil- und Kanadagans sind gebietsfremde Arten (Neozoen) die aus kommerziellen Gründen bzw. als Haustiere nach Mitteleuropa gelangt sind. Während zahlreiche Neozoen keine negativen Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna haben, kann es bei etablierten Neozoen zu negativen Einflüssen auf die Biodiversität ihres neuen Lebensraums kommen (z.B. durch Konkurrenzdruck bzw. Prädation).

Durch die, vom Rat der Europäischen Gemeinschaft erlassene,  Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahr 1979 (Richtlinie 79/409/EWG) sind alle „europäischen" Vogelarten geschützt. Ziel der Vogelschutzrichtlinie ist es, sämtliche im Gebiet der EU-Staaten natürlicherweise vorkommenden Vogelarten einschließlich der Zugvogelarten in ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten, und neben dem Schutz auch die Bewirtschaftung und die Nutzung der Vögel zu regeln. Nil- und Kanadagans sind jedoch Neozoen und unterliegen keiner Gefährdungseinstufung.

In Luxemburg, ist die aus Nordamerika stammende Kanadagans Branta canadensis ab 1980 regelmäßig gesichtet worden; der erste gesicherte Brutnachweis konnte 2002 auf den Weihern der Cornelysmillen bei Troisvierges erbracht werden (Konter & Lorgé 2009). Die Nilgans Alopochen aegyptiaca ist ursprünglich ein Brutvogel des afrikanischen Kontinents (besonders häufig in Ost- und Zentralafrika) und tritt erst seit 1998 vermehrt in Luxemburg auf; die ersten erfolgreichen Bruten sind aus dem Jahr 2007 bekannt (Konter & Lorgé 2009). Beide Arten sind inzwischen in Luxemburg mit Brutvogelpopulationen fest etabliert. Ähnlich wie in den meisten Nachbarregionen, ist insbesondere bei der Nilgans ein stark anhaltender Bestandsanstieg festzustellen.

 

Invasivität und Konfliktpotenzial

Die Nilgans ist sehr anpassungsfähig und konkurrenzstark. Es besteht die Befürchtung, dass sie einheimische Arten verdrängt.

Die Kanadagans besiedelt gerne Grünflächen, Parks und parkähnliche Gelände, wo es zur Verkotung von Liegewiesen und Gewässern kommen kann. Bei einer hohen Siedlungsdichte der Kanadagans kann es auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu Ertragseinbußen kommen. Aus ökologischer Sicht kann die Hybridisierung mit autochthonen Gänsearten problematisch sein.

Für beide Neozoenarten sind genaue Bestandszahlen, die einen sehr wichtigen Beitrag zur Einschätzung der aktuellen Situation liefern würden, oftmals nicht verfügbar. Anhand eines längerfristigen und regelmäßigen Monitorings beider Arten können Veränderung im Ökosystem festgestellt und Grundlagen für naturschutzfachliche Auswertungen geschaffen werden.

 

Ergebnisse der diesjährigen Kartierung (siehe Karten)

Die Nilgans hat sich in ganz Luxemburg niedergelassen. Nördlich der Sauer gibt es jedoch nur sporadische Sichtungen und keine Bruten. Die Brutstandorte der Nilgans befinden sich größtenteils entlang der Alzette, der Sauer, der Mosel und an den Baggerseen in Remerschen. Für das Jahr 2016 werden 39 Bruten geschätzt.

Die Kanadagans  ist im Gegensatz zur Nilgans weniger zahlreich vertreten. Sie brütet eher an Stillgewässern, vereinzelt aber auch entlang der Sauer bzw. der Alzette. An den Baggerseen in Remerschen wurden 8-10 Bruten  nachgewiesen. Für dieses Jahr werden für das gesamte Luxemburg 18 Bruten geschätzt.

Unter den 18 Bruten wurden zwei Paare bestehend aus Kanada- und Hausgans nachgewiesen.

Zusätzlich wurden zwei erfolgreiche Graugans-Bruten im Baggerweihergebiet in Remerschen festgestellt.

 


 

Quellen

Bericht des Expertenausschusses Jagd an das Präsidium der Oberrheinkonferenz zum Thema „Umgang mit gebietsfremden Arten (Neozoen) am Oberrhein" („Neozoenbericht")

www.nabu.de

www.jagdverband.de

www.umweltbeobachtung.eu



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