Auswirkungen der diesjährigen Wetterbedingungen auf die Vogelwelt

Der verregnete Frühling dieses Jahr schlug nicht nur uns Menschen aufs Gemüt. Auch bei vielen Vogelarten waren die hiesigen Wetterbedingungen alles andere als vorteilhaft. Der Dauerregen erschwerte nicht nur die Nahrungssuche, sondern stellte auch eine direkte Gefahr für Gelege und Jungvögel dar: durch Nässe und Unterkühlung kam es zu zahlreichen Brutverlusten.

 

 

Einer toter Jungstorm im Nest bei Bettemburg. Durch anhaltende Regenfälle kommt es schnell zu Unterkühlung. (Foto: Céline Palladino-Salcher)

Bekanntestes Beispiel hierfür dürfte der fast komplette Verlust der Bruten bei den Weißstörchen sein. Während es dem Storchenpaar in Schifflange noch gelang zumindest eines von ursprünglich drei geschlüpften Jungtieren großzuziehen, ging im Stréissel bei Bettembourg die gesamte Brut verloren (4 Jungtiere). Dies dürfte auf die besonders starken Regenfälle Ende Mai und Anfang Juni zurückzuführen sein, welche im Süden des Landes besonders schlimm ausfielen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Jungstörche  etwa 2-3 Wochen alt und somit besonders anfällig für externe Einflüsse, da sie nicht mehr ausreichend von ihren Eltern gehudert werden können. Bei diesen enormen Regenmengen (innerhalb kürzester Zeit) und niedrigen Temperaturen kommt es schnell zu einer Durchnässung und Unterkühlung, die dann auch bei gut ernährten Jungstörchen sehr schnell zum Tode führen kann. Obwohl bei den Schwarzstörchen zumindest ein Fall von Brutverlust bekannt ist (vermutlich durch Unterernährung). So scheint diese Art das schlechte Wetter insgesamt besser bewältigt zu haben, nicht zuletzt auch wegen der unterschiedlichen Nisthabitate: während der Weißstorch als typischer Offenlandvogel den Elementen komplett ausgeliefert ist, scheint der Schwarzstorch innerhalb der Wälder besser geschützt.

 

 

Viele Nager – wichtigste Nahrungsgrundlage für zahlreieche Greivögel – ertranken in ihren Bauten... (Foto: wort.lu)

 

Abgesehen von Brutverlusten durch Unterkühlung, stellte Unterernährung ein weiteres Problem dar. Durch das kalte und verregnete Wetter in den vergangenen Wochen konnten viele Vogeleltern nicht genügend Nahrung sammeln, so dass viele Jungvögel in den Nestern verhungerten. Viele Nager – wichtigste Nahrungsgrundlage für zahlreieche Greivögel – ertranken in ihren Bauten, da durch den Starkregen die Felder überflutet wurden. Selbst wo dies nicht der Fall war, konnten durch das andauernde schlechte Wetter viele landwirtschaftliche Flächen nicht bearbeitet werden (z. Bsp. keine oder sehr späte Wiesenmahd). Durch die besonders hohe Vegetation hatten es die Vögeln schwerer um an ihre Beute zu gelangen. Beispielhaft für diese Situation dürfte der Verlust zahlreicher Greifvogelhorste, wie z. Bsp. von denen des Rotmilans im Ösling und im Westen des Landes, sein.

Auch bei Neuntöter und Co. Dürfte das Wetter nicht gerade zu einer positiven Entwicklung beigetragen haben. So waren zu Beginn der Kartiersaison im Ösling (Life Éislek Projekt) fast alle bekannten Reviere des Neuntöterts besetzt, bei rezenten Begehungen allerdings schienen viele Bruthabitate verlassen. Auch beim Raubwürger waren Anfang der Brutsaison – nach den beiden ausgezeichneten Mäusejahren 2014 und 2015 – zahlreiche Reviere besetzt, zum Teil auch solche, die in vorigen Jahren verwaist waren. Deren Bruterfolg wird sich in den kommendaen Tagen und Wochen, bei weiteren Begehungen herausstellen.

Während eine gesunde Population langfristig die Folgen eines einzelnen Schlechtwetterjahres problemlos wieder ausgleichen kann, bleibt abzuwarten, wie sich solche Wetterphänomene auf die ohnehin schon angeschlagenen Vogelarten (innerhalb von immer stärker degradierten Habitaten) auswirken werden. Dies gilt um so mehr, da solche Ereignisse im Laufe des Klimawandels vermutlich deutlich häufiger werden.

 

 

 


<< retour

Agenda

21.11 - 17.12 

Exposition: Johan de Crem - artiste peintre et Dominique Rautureau - sculpteur

13.12 - 14.12 

Marché de la Solidarité mat natur&ëmwelt

16.12 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

16.12 

Vögel füttern – kinderleicht!

13.01 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

20.01 

Chantier nature: Plus de lumière pour les plantes rares du « Roudebierg » à Dudelange

twitter

youtube


  Inscrivez-vous � notre   Newsletter