Vull vum Joer 2016: Den Dréihälschen - den anere Spiecht

Wer hat ihn schon mal gesehen, den Wendehals, diesen kleinen, etwas anderen Specht? 2016 wurde er von natur&ëmwelt zum Vogel des Jahres gewählt und steht somit auch im Zentrum der pädagogischen Kampagne „Schoul an Natur".

Der Wendehals wurde 2016 von natur&ëmwelt zum Vogel des Jahres gewählt. Seinen Namen hat der Wendehals bekommen, weil er seinen Kopf über 180o drehen kann. Er ist nicht sehr groß, etwas größer als ein Spatz. Da er zudem sehr selten und auch gut getarnt ist, nimmt man diesen Vogel kaum wahr. Deshalb fällt auch nicht auf, dass der Wendehals in Gefahr ist.

Es gibt keine genauen Zahlen, die belegen, wie viele Wendehals-Brutpaare es in Luxemburg gibt. Man geht von etwa 50-100 Brutpaaren aus, die man hauptsächlich im Osten des Landes nachweisen konnte. Da seine Bestände in den letzten Jahren noch zurückgegangen sind, steht der Wendehals auf der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs.

Der Wendehals ist der einzige Specht in Luxemburg, der zum Überwintern in den Süden fliegt. Genauer gesagt fliegt er die lange Strecke bis nach Zentralafrika. Kommt er im Frühjahr zurück, muss er sich eine geeignete Bruthöhle suchen. Da er keinen typischen Spechtschnabel hat, mit dem er sich seine Bruthöhle selbst anlegen kann, ist er auf die Höhlen anderer Tiere angewiesen. Er nutzt entweder verlassene Spechthöhlen, natürlich entstandene Höhlen oder auch Nistkästen.

Der Wendehals lebt nicht wie die anderen Spechte Luxemburgs in dichten Wäldern, sondern bevorzugt Gebiete mit einem lockeren Baumbestand, so wie man es in Obstwiesen, Parks oder Auwäldern findet. Hier gibt es kurze Grasschichten, in denen er nach seiner Nahrung sucht, die fast ausschließlich aus Ameisen besteht. Die kleinen Ameisenbauten von Wiesen- oder Wegameisen bricht er mit seinem Schnabel auf und sammelt dort die Larven und Puppen. Dabei dient ihm seine lange Zunge als Leimrute an der Ameisen und Larven kleben bleiben. Er sucht seine Nahrung also am Boden und nicht wie andere Spechte am Baum. Bedroht ist er vor allem, weil sein Lebensraum, die Obstwiesen nicht mehr gepflegt werden.

Die extensiven Grasschichten in Obstwiesen sind ideal für Ameisen, die sich in gedüngten Wiesen nicht aufhalten. Somit fehlt ihm ganz einfach die Nahrung. Der Einsatz von Pestiziden und Ameisenvernichter -auch im Garten- ist eine weitere Bedrohung für den Wendehals. Wer ihm helfen will, verzichtet auf die Ameisenbekämpfung und bietet dem Wendehals Nistkästen in Obstwiesen an.  

Diese einfachen Maßnahmen, die dem Schutz des Wendehalses dienen, sind auch für junge Menschen wichtig. So hat natur&ëmwelt in seiner Schoul- an Natur Kampagne das Wichtigste zum Vogel des Jahres für Schüler aufbereitet und Infomaterial an über 11.000 Schüler geschickt. Sie alle erhalten eine Broschüre und ein Poster vom Wendehals. Ein pädagogisches Dossier mit vielen Spielen für die Klasse vereinfacht den Unterricht für das Lehrpersonal. Schirmherren und Unterstützer dieser Kampagne sind das Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur und das Ministerium für Erziehung, Kindheit und Jugend sowie das Naturmusée.

-> Download: Broschüre Schoul an Natur

Für Liebhaber und Unterstützer von natur&ëmwelt wurde wieder ein Aufkleber erstellt, der für 2€ im Haus vun der Natur zu haben ist.

 


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