Pelzige Brummer auf Wohnungssuche

Solitäre Wildbienen wie Mauerbienen suchen aktuell an Fensterrahmen, Holzfassaden oder Rollladenkästen nach Hohlräumen zum Nisten. Die Einzelgänger sind überaus friedlich, greifen Menschen also nicht an und zerstören auch kein Baumaterial – man kann die Untermieter also unbesorgt ihrem Brutgeschäft nachgehen lassen.

Das warme Wetter der letzten Tage macht nicht nur uns Menschen munter, auch die Bienen sind wieder aktiv. Dabei müssen sich Hummelköniginnen und solitäre Wildbienenweibchen derzeit neben dem Blütenbesuch auch auf die Suche nach geeigneten Nistplätzen begeben. Einige Wildbienenarten, vor allem die Mauerbienen, finden diese in Hohlräumen aller Art z.B. Bohrgänge im Holz, hohle Pflanzenstängel oder Löcher in Mauerwerken.

Viele Fensterrahmen, Holzfassaden und Rollladenkisten weisen eben solche Hohlräume auf und deshalb kann man momentan an diesen Stellen vermehrt Mauerbienen beim Nestbau beobachten. Hier besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Wildbienen sind friedfertige Einzelgänger. Zwar können unter günstigen Bedingungen mehrere Weibchen dicht beieinander nisten, jedoch baut jedes Weibchen sein eigenes Nest und versorgt seine Brut ohne die Mithilfe von Artgenossen. Ein Volk ist hier also nicht am Heranwachsen. Da eine einzelne kleine Biene keine Chance gegen große Angreifer hätte und sie im Falle einer Niederlage ihr genetisches Material nicht mehr weitergeben könnte, gehen die Einsiedlerbienen zudem Konfliktsituationen grundsätzlich aus dem Weg.

Für die Aufzucht ihrer Brut legt die Mauerbiene in Nistgängen von 6-8 mm Durchmesser, einzelne Brutzellen hintereinander an die durch Lehmwände voneinander getrennt sind. In jede Zelle wird Larvenproviant, eine Mischung aus Pollen und Nektar, eingelagert und ein Ei gelegt. Die Wildbiene zerstört somit auch kein Baumaterial am Haus, lediglich Pollen und Lehm für die Zwischenwände und den Nestverschluss werden in bestehende Hohlräume eingetragen. Aus diesem Ei schlüpft nach einigen Tagen eine Larve die sich vom Nahrungsvorrat ernährt und anschließend verpuppt. Die fertig entwickelte Biene überdauert dann den Winter in ihrem Kokon und schlüpft im nächsten Frühjahr.


Mauerbiene (c) Michel Kirsch

 


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