Naturschutz wieder keine Priorität im Wahlkampf?

Als Naturschutzorganisation wünscht sich natur&ëmwelt a.s.b.l. ein gewisses Engagement seitens der Parteien bezüglich des Erhalts unserer Lebensgrundlage. In Zeiten des Klimawandels, des Artensterbens und des erhöhten Drucks auf unsere natürlichen Ressourcen brauchen wir mehr politischen Willen, um das Gut, auf dem das Gedeihen des Menschen basiert, zu schützen.

Es ist erschütternd wie wenig im Wahlkampf über Umweltthemen diskutiert wird. Keine weitere Zerschneidung der Landschaft, Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft, Verbot des Gebrauchs von Pestiziden, Aufwertung der Gewässerqualität - keine großen Schlagwörter in der aktuellen Debatte, abgesehen von wenigen Ausnahmen. Selbstverständlich sind Bildung und Zusammenleben, Wohnungsknappheit, Familie oder Wirtschaft Bereiche, die den Wähler ansprechen und seinen Alltag beeinflussen. Auffällig ist auch, dass die Lieblingsthemen diejenigen mit einer emotionalen Konnotation sind und so werden die luxemburgische Sprache und der ständige Stau zum Gesprächsthema Nummer eins. Bleibt die Frage: „warum lassen sich mit Naturschutz keine Stimmen fangen"?

Das grundlegende Problem des politischen Geschehens ist seine kurzfristige Ausrichtung und den damit verbundenen Handelsradius. Die Parteien und ihre Kandidaten leben davon, die Wählerschaft mit Versprechen, die im Laufe einer Legislaturperiode umsetzbar sind, zu locken, und so ihre Vergänglichkeit auf der politischen Bühne zu verdrängen. Demnach ist es unattraktiv langfristige Probleme wie den Erhalt unseres Planeten zur Priorität zu ernennen. Und die Wähler? Auch diese haben kurzfristige Zielsetzungen, die wahrscheinlich greifbarer und unmittelbarer sind als der Verlust der Artenvielfalt, denn die wirklichen Folgen werden erst die nächsten Generationen spüren.

Auch wenn in den verschiedenen Wahlprogrammen Umwelt- und Naturschutz oder auch Landwirtschaft in mehr in weniger hohem Maße thematisiert werden, scheinen diese in der öffentlichen Debatte kaum Raum zu haben. Es ist wohl immer noch nicht angekommen, dass alle anderen Elemente unserer Gesellschaft nichtig werden, wenn unsere Lebensgrundlage verloren geht - weder beim Wähler noch bei den politischen Verantwortlichen oder den Medien. Oder doch? Noch bleiben ein paar Tage bis zum Gang zur Wahlurne und vielleicht kommt das Beste eben zum Schluss.

Laure Cales, Mitarbeiterin für politische Kampagnen und Projekte von natur&ëmwelt asbl

Erschienen am Mittwoch, 10. Oktober 2018 im Luxemburger Wort

 

 

Weitere Informationen zum Thema:

03.10.2018 "Mein Wunsch an die neue Regierung" mit Roby Biwer, Präsident von natur&ëmwelt a.s.b.l. im Luxemburger Wort

21.09.2018 Naturschutz als Leitmotiv: Artikel im Regulus von Laure Cales, Mitarbeiterin für politische Kampagnen und Projekte von natur&ëmwelt a.s.b.l.

20.04.2018 Biodiversität als Lebensgrundlage: Wahlforderungen von natur&ëmwelt

 

 


<< zurück

Agenda

15.09 - 27.10 

Permanences mycologiques: les samedis de 18h à 19h30

20.10 

Chantier nature à Bergem

20.10 

Chantier nature im Marais de Grendel

20.10 

Chantier nature à Capellen

22.10 - 23.10 

BioGenoss – Kachcours mat Bierefriichten

25.10 

Kolloquium: Quo vadis Fischerei in Luxemburg? Herausforderungen und Lösungsansätze

instagram

twitter

youtube