Kanecher Wëngertsbierg: Wiederbelebung einer alten Kulturlandschaft

Bereits seit vielen Jahren betreut natur&ëmwelt / Fondation Hëllef fir d'Natur Projekte zur ökologischen und landschaftlichen Aufwertung des Kanecher Wëngertsbierg.

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Eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, sowie zahlreiche Zeugen alter Weinbaukultur kennzeichnen das wertvolle Natur- und Kulturerbe „Kanecher Wëngertsbierg". Das 40 ha große Areal wird von einem Netzwerk aus Trockenmauern, Treppen, Rigolen und Unterstände durchzogen. Es entstand ein Mosaik aus sehr unterschiedlichen Lebensräumen, so dass sich auf engstem Raum eine sehr abwechslungsreiche Vegetation sowie Tierwelt entwickeln konnte. Die große Bedeutung dieses historisch gewachsenen Weinbauareals für den Naturschutz wird dann auch durch die bereits erfolgten Bemühungen seitens der Naturverwaltung hervorgehoben, dieses Gebiet als Naturschutzgebiet aus zuweisen.

Dementsprechend ist der Staat bereit interessierten Eigentümer um im Gebiet Grundstücke abzukaufen. Geplant ist die erworbenen Liegenschaften in bestehende Naturschutz-Projekte imKanecher Wëngertsbierg einzugliedern und somit eine ökologische und landschaftliche Aufwertung herbei zu führen.

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Ein bedrohtes Kultur- und Naturerbe

Die Natur- und Kulturgüter des Kanecher Wëngertsbierg sind derzeit in ihrem Bestand bedroht. Durch die Aufgabe des Weinbaues entstanden weitläufige Brachen auf denen sich infolge natürlicher Sukzession eine dichte Strauchvegetation entwickelte. Durch die Verbuschung der Weinbergsbrachen wird die wärme- und lichtliebende Flora (z.B.: Orchideen) verdrängt. Die regelmäßige Instandsetzung der Trockenmauern bleibt aus. Zusätzlich beschädigt das Wurzelwerk der Gehölze das Mauerwerk, sodass diese allmählich  in sich zusammenbrechen. In einigen Bereichen des Areals ist die natürliche Sukzession bereits abgeschlossen d.h. ein geschlossener Laubbaumbestand konnte sich dort etablieren.

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Wald-Akelei


 

Erhalt und Weiterentwicklung durch angepasste Nutzung

Aus dieser Erkenntnis heraus wurden ehemalige Weinbergsbänke  einer neuerlichen Nutzung zugefügt. Bereits 1995 erwarb die Stiftung Hëllef fir d'Natur einen alten Weinberg und produziert seitdem dort den ersten biologisch hergestellten Wein in Luxemburg. Andere Grundstücke der Stiftung werden nach einer ersten Entbuschung und anschließender Einzäunung von Schafen und Ziegen beweidet. Dies ist eine sehr schonende und kostengünstige Art die Flächen dauerhaft offen, also frei von Gehölzen zu halten. Auf diesen gut besonnten Flächen hat sich seitdem eine artenreiche Flora und Fauna entwickelt.

Neben dem Erhalt und der Weiterentwicklung der Naturausstattung sowie den kultur-historischen Elementen wird auch ein Augenmerk auf die Schaffung neuer Nutzungsformen geworfen. So wurde z.B. eine Streuobstwiese mit 25 roten Weinbergspfirsichen auf alten Weinbergsbänken angelegt. Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt.  Verfolgtes Ziel ist Alternativnutzungen zum Weinbau auf ehemaligen Weinbaustandorten zu erproben und aufzuzeigen. Im Gegensatz zu den erfolgten landschaftlichen Umwälzung welche infolge der Flurneuordnungsverfahren der Weinbauareale entlang der Mosel stattgefunden haben, wird bei den angestrebten Pilotprojekten im Kanecher Wéngertsbierg darauf geachtet, dass das  kultur-historische Erbe erhalten und aufgewertet wird. Dementsprechend wird es auch möglich sein die außergewöhnliche natürliche Artenvielfalt im Kanecher Wéngertsbierg auf Dauer zu gewährleisten.

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Neugierig geworden?

Eine Broschüre zum Entdeckungspfad Kanecher Wëngertsbierg gibt jedem Interessierten die Möglichkeit dieses Juwel des Moselhinterlandes selbstständig zu entdecken. Erhältlich ist die Broschüre bei der Gemeinde Lenningen.

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Agenda

21.11 - 17.12 

Exposition: Johan de Crem - artiste peintre et Dominique Rautureau - sculpteur

16.12 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

16.12 

Vögel füttern – kinderleicht!

13.01 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

20.01 

Chantier nature: Plus de lumière pour les plantes rares du « Roudebierg » à Dudelange

27.01 - 28.01 

Wantervullenzielung 2018

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