Feldgehölze

Durch die intensive Landbewirtschaftung ist die ehemals reizvolle, mosaikartige Kulturlandschaft heute in weiten Bereichen zu einer monotonen Landschaft geworden. Die Feldgehölze sind vielfach Zeugen früherer Wirtschaftsformen. Diese, Gehölzbestände, waren bis Ende des 19. Jahrhunderts charakteristische Bestandteile der mitteleuropäischen Kulturlandschaft.

Die Entwicklung und Gestalt der Feldgehölze wurden durch die vorherrschende, überwiegend kleinbäuerliche Landwirtschaft geprägt. Die Feldgehölze liegen inselartig in der Flur verstreut und sind im Gegensatz zu den linearen Hecken eher kleinflächige Elemente der Landschaft. Sie kommen meistens vor auf landwirtschaftlich ungünstigen, schlecht nutzbaren Parzellen, die entweder zu flachgründig und trocken oder andererseits viel zu nass waren. Oftmals handelte es sich dabei um Rodungsrelikte des ursprünglichen Waldes. Andererseits entstanden Feldgehölze vielfach auf  landwirtschaftlich ungünstiegen Flächen durch natürliche Sukzession nach der Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung. Feldgehölze unterscheiden sich von Wäldern aufgrund der geringeren Flächenausdehnung. Grössere Feldgehölze besitzen in ihrem Kernbereich jedoch grössere Ähnlichkeit mit den ökologischen Eigenschaften eines Waldes. In den Randbereichen entsprechen Feldgehölze den von Sträuchern geprägten Waldrändern mit Krautsäumen aus Gräsern, Kräutern und Stauden.

 

Feldgehölz mit standortgerechten Laubbäumen und Sträuchern (Gemeinde Mondercange)

 

Ziel des Projektes

Ziel dieses Projektes ist die Erfassung, die Beschreibung und der Schutz dieser immer seltener werdenden Strukturen unserer Landschaft. Die Feldgehölze wurden in einem ersten Schritt anhand von Karten ermittelt und danach im Gelände genauer kartiert und beschrieben. Bei der Kartierung im Gelände wurden  Entstehungsart, Bestandsform, geschätzetes Alter und dominante Artenzusammenstzung festgehalten. Ferner wurden gegebenfalls das angrenzende Gelände, die angrenzende Nutzung und die Zugänglichkeit beschrieben.

Auf Grundlage dieser Kartierung soll dann in einer 2ten Phase des Projektes der Erwerb der ökologisch wichtigsten Feldgehölzen nach Ermittlung der Katasterdaten erfolgen. Auf diese Weise soll versucht werden die Feldgehölze vor der Zerstörung zu bewahren. Anschliessend sollen diese Flächen gegebenfalls einer ökologisch sinnvollen Bewirtschaftung zugeführt werden.


Bedeutung der Feldgehölz

Das  Ziel des Naturschutzes ist eine große biologische Diversität in der Landschaft zu bewahren oder wieder herzustellen. Dazu ist es notwendig die Vielfalt an Lebensräumen zu schützen, um so den den Artenschwund  zu bekämpfen. Durch die intensive Landbewirtschaftung ist die ehemals reizvolle, mosaikartige Kulturlandschaft heute in weiten Bereichen zu einer monotonen Landschaft geworden. Zwischen den  bestehenden Lebensräumen muss eine ökologische Vernetzung und einen Austausch erhalten bzw. wieder auf gebaut werden. Dabei stellen die Feldgehölze in der heutigen Kulturlanschaft wichtige Elemente dieser kleinräumigen Vernetzung von naturnahen, jedoch räumlich getrennten  Biotopen, dar.

Aufgrund ihrer strukturellen Vielfalt können die Feldgehölze zahlreiche Pflanzen- und Tierarten beherbergen. Sie sind ausserdem  Nahrungsquelle und Winterquartier für viele Tierarten. Diese Inseln in der Lanschaft haben somit für viele Arten eine grosse Wichtigkeit.

Ausgeräumte Agrarlandschaften erhalten durch Feldgehölzstrukturen eine  zusätzliche Aufwertung und Belebung des Landschaftsbildes. Es sind die Feldgehölze die neben den Hecken, Streuobstflächen oder Alleen in der offenen Landschaft auffallen und ihr ihre charakteristische Züge verleihe

Der Erholungswert einer abwechslungsreichen, von Hecken und Feldgehölzen geprägten Landschaft, ist ohne Zweifel um vieles höher, als bei einer ausgeräumten Agrarlandschaft.

Ein neues Bewußtsein um die Nützlichkeit von Hecken und Feldgehölzen führt uns heute zu der Einsicht, daß dieser Biotoe von einem nicht zu unterschätzenden Wert ist. Er unterstützt das Miteinander von Landwirtschaft und Natur.

 

Resultate der Feldgehölzkartierung

In den bis dato kartierten  50 Gemeinden wurden insgesamt 413 Feldgehölzflächen beschrieben. Diese Feldgehölze bestehen überwiegend (etwa 95%) aus Laubbäumen und Sträuchern. Nur bei etwa 5% dominieren Nadelhölzer, darunter besonders Fichten und Kiefern.  Beim Vergleich der Verteilung der Feldgehölzflächen auf die einzelnen Gemeinden, ist auffallend, dass die Menge an Feldgehölzen stark schwankt von einer Gemeinde zur nächsten. In einer grösseren Gemeinde wie Mompach zum Beispiel, wurden insgesamt nur 8 Feldgehölze kartiert. Dort liegen grössere Agrarflächen vor, die recht monoton sind. Auffallend ist, dass die Gemiende Sanem trotz grossen Agrarflächen 35 Feldgehölzflächen aufzeigt. In der Moselgemeinde Remich wurden viele alte heute verbuschte Weinbauflächen als Feldgehölze aufgenommen.


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21.11 - 17.12 

Exposition: Johan de Crem - artiste peintre et Dominique Rautureau - sculpteur

16.12 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

16.12 

Vögel füttern – kinderleicht!

13.01 

Chantier nature: Travaux de débroussaillage dans la roselière Schlammwiss

20.01 

Chantier nature: Plus de lumière pour les plantes rares du « Roudebierg » à Dudelange

27.01 - 28.01 

Wantervullenzielung 2018

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